3.3 Änderung der Patentansprüche, fehlende Teile (Regel 56) oder fälschlicherweise eingereichte Anmeldungsunterlagen oder Teile (Regel 56a)
3.3.1 Allgemeines
Eine revidierte Fassung dieser Publikation ist in Kraft getreten. |
Wenn eine europäische Patentanmeldung nicht auf eine frühere internationale Patentanmeldung zurückgeht, darf der Anmelder die Patentansprüche vor Erhalt des europäischen Recherchenberichts nicht ändern (Regel 137 (1)). Daher richtet sich die Recherche in diesen Fällen auf die Patentansprüche in der ursprünglich eingereichten Fassung der europäischen Patentanmeldung oder auf den gemäß Regel 57 c) bzw. Regel 58 eingereichten Anspruchssatz.
Enthalten die der Recherche zugrunde gelegten Anmeldungsunterlagen nach Regel 56 (3) (siehe H‑IV, 2.3.2) eingereichte fehlende Teile der Beschreibung und/oder fehlende Zeichnungen oder nach Regel 56a (4) eingereichte richtige Anmeldungsunterlagen oder Teile (siehe H‑IV, 2.3.2 H‑IV, 2.2.3) und geht die Recherchenabteilung davon aus, dass der Anmeldetag von der Prüfungsabteilung in einem späteren Verfahrensstadium neu festgesetzt wird (siehe C‑III, 1), erweitert sie den Umfang der Recherche so, dass auch Stand der Technik berücksichtigt wird, der für die Beurteilung von Neuheit und erfinderischer Tätigkeit des beanspruchten Gegenstands bei einer etwaigen Neufestsetzung des Anmeldetags relevant sein wird (siehe auch B‑XI, 2.1). Dasselbe gilt für Euro-PCT-Anmeldungen, wenn diese nach Regel 20.6 PCT eingereichte fehlende Teile der Beschreibung, fehlende Zeichnungen, fehlende Ansprüche und/oder fehlende Bestandteile enthalten.