EEP wird digital
Fast 4 000 Bewerberinnen und Bewerber, 5 Prüfungen in 11 Flows, 130 Prüfungsseiten in mehreren Sprachen, 24 Prüfungsstunden an 5 Tagen, 80 Online-Aufsichtspersonen, 400 Mitwirkende an den Vorbereitungen, eine sichere Prüfungsumgebung sowie Aufsicht per Audio und Video: Vom 1. bis 5. März hat das EPA erfolgreich die erste e-EEP durchgeführt. Erstmals haben Bewerberinnen und Bewerber die Prüfung online an einem beliebigen Ort ihrer Wahl abgelegt.
So konnte die Ausbildung und Qualifizierung von Patentfachleuten in Europa trotz der Pandemie fortgesetzt werden, wobei mit dem neuen digitalen Prüfungsformat der hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandard aufrechterhalten wurde. Die Aufsicht erfolgte per Audio und Video, und die Prüfungsaufgaben wurden in einer geschlossenen Online-Prüfungsumgebung bearbeitet.
Die digitale Durchführung war in vielerlei Hinsicht von Vorteil: für die Bewerberinnen und Bewerber, weil sie ihre Antworten am Computer eingeben, digital nach Dokumenten recherchieren und durch den Wegfall der Reise Zeit, Geld und Stress sparen konnten, für das EPA, weil es seine Verfahren moderner und einfacher gestaltet hat, und für die Umwelt, weil weniger gereist und wesentlich weniger Papier verbraucht wurde. Das Online-Format macht die Prüfung künftig sogar für einen noch größeren Bewerberkreis aus allen Gegenden Europas zugänglich.
Was ursprünglich als grundlegende Umstellung für die künftigen Jahre geplant war, wurde durch die Covid-19-Pandemie rasant beschleunigt. Im Strategieplan 2023 sieht das EPA eine durchgängig digitale EEP samt einer potenziellen Überarbeitung von Rechtsrahmen, Format und Prüfungsinhalt vor. Pandemiebedingt und nach der Absage der EEP2020 wurde die größte Herausforderung, nämlich die Prüfung online durchzuführen, innerhalb weniger Monate gemeistert.
In den vergangenen Monaten hat das EPA in Zusammenarbeit mit dem epi sowie mit Nutzern und Berufsverbänden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um eine reibungslose Durchführung der Prüfung sicherzustellen. Vorrang hatte dabei, die Teilnehmenden über das neue System zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre technische Ausstattung vor der echten Prüfung zu testen. Neben der ständigen Aktualisierung der FAQs und der Informationen auf der EEP-Website fanden auch drei simulierte Prüfungen und drei öffentliche Online-Seminare statt.
Das neue Format hat nachweislich sehr gut funktioniert. Die einzige Ausnahme war ein Zwischenfall bei der Aufgabe D1.1; diese war zunächst nur in Deutsch, nicht aber in Englisch oder Französisch verfügbar, was jedoch binnen weniger Minuten gelöst werden konnte. Die Prüfungskommission der EEP veröffentlichte daraufhin eine Mitteilung auf der EEP-Website, wonach das Benotungsverfahren so ablaufen wird, dass niemandem hieraus Nachteile entstehen.
Die EEP gilt weithin als eine der anspruchsvollsten beruflichen Prüfungen; seit 1979 haben sie mehr als 10 000 Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Europa bestanden. Sie ist auch eine der wenigen Prüfungen, die für einen wirklich europäischen Beruf qualifizieren.